Grüne Bundestagsabgeordnete aus Köln


Neues von unserer jungen US-Botschafterin

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Foto: Mathilda Lehnigk
Foto: Mathilda Lehnigk

Seit 1983 gibt es das Parlamentarische Patenschafts-Programm zwischen Deutschem Bundestag und dem US-Congress. Jedes Jahr haben Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland. Dieses Jahr ist eine der Schülerinnen Mathilda aus Köln. Hier schreibt sie über Ihre Erfahrungen und Eindrücke in den USA.

 

Hallo!

Ich melde mich wieder zurück. Ich lebe jetzt schon für 2 Monate hier und habe mich schon mehr oder weniger eingelebt. In der Schule läuft es super, bald ist das Trimester vorbei. Das Schuljahr ist hier nämlich in 3 Trimester geteilt. Das ist aber nicht überall so, es gibt auch Staaten mit Semestern. Meine Fächer im Moment sind: Health & Wellness, Biologie, World Cultures, Englisch und U.S. History. Vom Programm aus musste ich English, Mathe und U.S. History nehmen. Nächstes Trimester werde ich Positive Psychologie, Photographie, Mathe und den zweiten English-kurs belegen und außerdem bin ich in einer Band. Eine interessante Randnotiz vielleicht noch, wir haben hier keine Schuluniformen. Denn auch das ist von Staat zu Staat unterschiedlich.

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Foto: Mathilda Lehnigk
Foto: Mathilda Lehnigk

Letzte Woche war Homecoming-week, auch ''Spirit-week'' genannt. In dieser Woche gab es jeden Tag ein anderes Motto, wonach wir uns dann angezogen haben. Also zum Beispiel Country vs. Country Club. Da konnte man sich dann entweder sehr schick oder eher wie Bauern oder Reiter anziehen. Das war sehr interessant. Am Donnerstag hatten wir dann ein Mädchen-Football Spiel, was sich Powder-Puff nennt. Wir hatten vorher einige Male Training und haben auch Sweatshirts, als Trickots mit einer Nummer unserer Wahl, bekommen. Dann haben die Juniors gegen die Seniors gespielt. Also 11. Stufe gegen die 12. Stufe aber nur Mädchen und natürlich nur wer wollte. Das war echt lustig und auch wirklich nur zum Spaß. Und Surprise! Die Seniors haben gewonnen. Wir Austauschschüler, sind alle Seniors. Wir belegen aber Kurse die unserem Alter entsprechen. Sie geben uns nur den Senior Status, damit wir alle schulischen Aktivitäten an denen nur Seniors beteiligt sind , miterleben dürfen, wie zum Beispiel Prom, den große Abschlussball.


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Foto: Mathilda Lehnigk
Foto: Mathilda Lehnigk

Nachdem wir am Donnerstag dann das Powder-Puff Football Spiel hatten und ein großes Lagerfeuer, folgte am Freitag das richtige Football Spiel gegen ein anderes Team von einer anderen Schule und mit unserem Football-Team von unserer Schule. Während der Halbzeit wurden Homecoming König und Königin gekürt, für die wir Schüler zwei Wochen im Voraus voten konnten. Der große Abschluss der Homecoming-week fand am Samstag statt. Der Homecoming-Ball. Hier haben den alle Homecoming-Dance genannt, denn ein Ball ist das nicht wirklich. Also man macht sich sehr schick, alle haben tolle Kleider, man trifft sich vorher mit vielen Freunden an einem schönen Ort um Bilder zu machen, dann geht man zusammen Dinner essen und dann schlussendlich geht man zur Schule zum Homecoming-Dance. Der Homecoming-Dance war ganz schön und man konnte Foto Booth machen. Was sehr lustig war! Um 11 Uhr abends war es dann vorbei! Ich habe dann noch bei einer Freundin übernachtet und das war dann das Ende der Homecoming Woche. Am Montag ging dann wie gewohnt die Schule los. Und zwar um 7:45 Uhr.

Hier sind die Regeln in der Schule etwas strenger, wie ich es für mich empfunden habe. Als Beispiel die Tardies. Die bekommt man nämlich wenn man zu spät ist und das heißt wenn man nicht beim Klingeln im Klassenraum ist. Nach drei Tardies muss man Nachsitzen. Eine schöne Sache an der Schule hier ist, dass es nicht so schwierig ist. Also hier muss man selten einen Aufsatz schreiben oder längere Texte. Tests und Quizzes, was sowas wie kleine Tests sind, die auch benotet werden, sind meist nur Multiple Choice Fragen, wo man dann richtig oder falsch ist. Ich persönlich mag es manchmal gerne ausführlicher zu schreiben oder Dinge zu erklären oder über interessante Themen zu diskutieren. Es ist nicht so, dass wir hier nicht diskutieren, denn das tun wir manchmal in der Klasse. Ich würde einfach sagen es ist anders, ohne zu bewerten. Quizzes hat man vom Fach abhängig einmal pro Woche bis alle zwei Wochen und dann gibt es jede dritte oder vierte Woche immer einen Test. Aber dafür haben sie keine Klassenarbeiten wie wir sie kennen. Es gibt in jedem Fach am Ende des Trimesters aber eine ''Final Exam'' in der dann der ganze Stoff nochmal abgefragt wird.

Wir haben jeden Tag die gleichen Fächer in derselben Reihenfolge, fünf Tage die Woche. Aber nur fünf verschiedene. Eine Schulstunde geht eine Stunde und zehn Minuten. Insofern kommt es ungefähr auf das gleiche hinaus. Mittlerweile habe ich mich schon daran gewöhnt und finde die unterschiedlichen Fächer sehr interessant!

Ihr werdet bald wieder von mir hören,

Eure Mathilda