Grüne Bundestagsabgeordnete aus Köln


Neues aus den USA, Dritter Teil

Im Rahmen des parlamentarischen Austauschprogrammes zwischen den USA und Deutschland können jährlich einige Hundert junge Menschen aus Deutschland und den USA das jeweils ander Land besuchen. Eine der 360 Deutschen in den USA ist Mathilda aus Köln. Hier schreibt sie regelmäßig wie es ihr auf der anderen Seite des Atlantiks ergeht.

Hallo!

Es ist wieder etwas Zeit vergangen und gleichzeitig ist auch wieder sehr viel passiert, wovon ich natürlich gerne berichten würde!

Fangen wir mal ganz vorne an. Im November haben sich nämlich ein Drittel aller Stipendiaten von dem CBYX Programm in Washington zu einem 5-tägigen Seminar getroffen.

Ich flog an einem Sonntag im November los nach Washington und an dem folgenden Montag ging dann auch das eigentliche Programm los. Wir fuhren nach dem Frühstück im Hotel ins 'Newseum' -The Museum of News!- Einer meiner liebsten Museen von allen die wir während der Woche besichtigt haben. In diesem Museum hatten wir erst ein Seminar über „Wahlkampagnen und der Kampf um Stimmen in einer Präsidentschaftswahl“. Wir haben verschiedene Werbevideos von Präsidentschaftskandidaten verglichen und ermittelten deren verschiedene Überzeugungstechniken. Werbevideos von Donald Trump und Hillary Clinton waren darunter, aber auch Wahlkampfvideos von Lyndon Johnson oder Hubert Humphrey. Danach bekamen wir Zeit das Museum zu erkunden und es war wirklich sehr anschaulich gemacht. Wie gesagt sehr empfehlenswert!

Anschließend fuhren wir zum Capitol Hill, zum Gebäude und allem was es drum herum zu sehen gab, den Supreme Court, die Library und viele ''Senator House Office Buildings''. Anschließend wurden wir zum Franklin D. Roosevelt Memorial gefahren. Das Denkmal wurde Franklin D. Roosevelt, dem 32. Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu Ehren errichtet.

Dann gab es endlich Abendessen in einem All-you-can-eat Pizza Restaurant zur Freude aller Beteiligten. Nach dem wir dann satt und müde waren, machten wir noch Halt am Weißen Haus, doch da es schon spät war, war es leider nicht mehr allzu gut zu erkennen. Zum ''Air Force'' Denkmal ging es dann auch noch, man kann dieses Denkmal aufgrund seiner Größe schon von weitem erkennen. Es ehrt die Luftwaffe, für deren Dienst und die Opfer die gebracht wurden.

Dienstag folgte eine Simulations-Aktivität über die Flüchtlingskrise. Gegen Mittag wurden wir in das Smithsonian Museum - National Museum of African American  History & Culture- gefahren. Am gleichen Tag noch fuhren wir auch zum Thomas Jefferson Memorial (Thomas Jefferson war der Hauptautor der 'Declaration of Independence' und einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten), dem Abraham Lincoln Memorial, (Abraham Lincoln war der 16. Prasident der Vereinigten Staaten). Vor diesem Denkmal hat Martin Luther King seine berühmte Rede 'I have a dream' gehalten. Und

last but not least –fuhren wir auch zu der Martin Luther King Gedenkstätte, von welcher aus man sowohl auf das Thomas Jefferson Denkmal als auch das Lincoln Denkmal sehen konnte. Aber genug Geschichte!

Mittwoch war endlich der Tag an dem wir unsere Congress-Abgeordneten treffen konnten. Da ich aus Michigan bin, hatte ich die Chance mit den Senatoren von Michigan, Deborah Stabenow, Gary Peters und Frederick Upton zu sprechen beziehungsweise teilweise 'nur' deren Vertretern.

Die Meetings waren wirklich sehr spannend und es war auch einfach eine tolle Erfahrung sich mit diesen Menschen einmal zu unterhalten!

Zwischen den Meetings hatten wir Zeit für verschiedenste Dinge unserer Wahl. Ich entschied mich für ein Committee Meeting im Rayburn House Office Building und eine Tour im Supreme Court.

Nachdem alle Senator Meetings vorbei waren konnte man sich entscheiden ob man lieber in das 'National Air & Space Museum' oder in die 'National Gallery of Art' gehen wollte.

Und so ging ein langer Tag rum, doch am Donnerstag ging das straffe Programm weiter. Das 'Smithsonian National Museum of American History' war der erste Halt. Dann ging es zu den American Councils Konferenz Räumen in denen wir einen Vortrag über den Supreme Court gehört haben.

Krönender Abschluss der Woche war dann das Basketball Spiel im Verizon Center, die 'Washington Wizards' gegen die 'New York Knicks'. Die Washington Wizards haben gewonnen!

 

Die Woche war sehr informativ und mir hat es gefallen obwohl es dadurch in der Schule sehr viel nachzuholen gab. Auch wenn wir in der Woche drauf nur zwei Schultage hatten, da wir dann den Rest der Woche Thanksgiving Ferien hatten.

Ich habe in diesen Tagen dann ein ganz typisch amerikanisches Thanksgiving erleben dürfen. Die Familie meines Gastvaters kam zu Besuch. Wir hatten ein sehr volles Haus und auch wie man es sich denken kann sehr volle Mägen wegen des ganzen Essens. Es gab ganz traditionell Truthahn mit Kartoffelpüree, Cranberry Sauce, Bratensoße, Brötchen und auch etwas Gemüse. Direkt im Anschluss kam der 'Black Friday'. Das ist ein Tag beziehungsweise auch der Abend vorher auch und der Tag danach, an dem in den Läden viele Sachen zu unglaublich tiefen Preisen reduziert sind. Also sind wir beim Black Friday shopping gewesen. Die Läden waren total überfüllt und die Angebote überragend.

Und somit begann auch die Weihnachtszeit. Alles wurde geschmückt und die Tannenbäume werden aufgestellt. Nur für's Protokoll, wir haben unseren Tannenbaum am 29.November aufgestellt und es ist ein Plastikbaum denn das bevorzugen einige Menschen hier, da man ihn dann im nächsten Jahr wieder benutzen kann und er nicht so viel Dreck macht.

An dieser Stelle würde ich euch gerne ein paar interessante kulturelle Unterschiede zeigen.

Erst einmal ist es so, dass viele Amerikaner keinen Adventskalender haben. Da ich meiner Gastfamilie erzählt habe, dass das in Deutschland fast jeder macht, haben wir das dieses Jahr auch einen gemacht. Aber generell kann ich sagen, dass das hier kaum ein Thema ist. Genauso wenig wie Sankt Nikolaus. Amerikaner feiern kein Sankt Nikolaus.

Auch darüber habe ich dann mit meiner Gastfamilie gesprochen und sie haben es dieses Jahr auch für mich gemacht was ich sehr wertgeschätzt habe.

Ein anderer Unterschied ist auch, dass es einen Adventskranz wie wir ihn kennen so nicht gibt. Es gibt unendlich viel Dekoration und auch Zweige oder Kränze wo dann eine oder vier Kerzen drauf sind aber auch wie mit dem Adventskalender ist es einfach nicht so ein großes Thema. Und keiner hat einen Kranz mit 4 Kerzen darauf um jeden Advent eine anzumachen.

Dann hatten wir ab dem 21. Dezember Ferien! Ich bin mit meiner Gastfamilie nach Chicago gefahren für zwei Nächte. Der Kurztrip in Chicago war wirklich schön.

Wir waren auf einem Weihnachtsmarkt, was sehr untypisch für Amerika ist, denn Amerika hat eigentlich so gut wie keine Weihnachtsmärkte! Ein anderer Unterschied an dieser Stelle. Der in Chicago soll wohl der einzige sein und er ist auch sehr deutsch gestaltet was man am Namen 'Christkindlmarket' schon erkennen kann.

Alles in allem ist es offiziell aber ein World Market, da auch einige Stände Dinge aus aller Welt verkauft haben, wie Indien oder Afrika, doch der Großteil war deutsch. Auch habe ich ungewöhnlich viele Menschen deutsch sprechen hören, was mich alles etwas an Deutschland erinnert hat. Ich habe gebrannte Mandeln, Glühwein und etwas Kinderschokolade gegessen. Ganz typisch!

Am nächsten Tag haben wir das 'Field Museum of Natural History' besucht und sind anschließend shoppen gegangen.

Und so schnell stand dann auch schon Weihnachten vor der Tür.

In Amerika öffnet man die Geschenke erst am 25. morgens. Wir waren aber am 24. nachmittags in der Kirche und haben dann die Familie meiner Gastmutter zu Besuch gehabt. Gegen Nachmittag des 25. sind wir zu meiner Gastoma gefahren und ich würde sagen dies betreffend gibt es nicht wirklich viele Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika, es ist und bleibt ein Familienfest.

Am 27. sind wir zur Familie meines Gastvaters gefahren, die uns an Thanksgiving besucht haben. Und da diese zehn Minuten von den Niagarafällen entfernt wohnen, sind wir dort natürlich hingefahren.

Rechtzeitig für Silvester waren wir wieder zurück!

Ich habe Silvester mit zwei Freundinnen gefeiert. In dem nächsten größeren Ort gab es nämlich eine Art kleine Show mit einem Ball-Drop und sogar ein kleines Feuerwerk. Der Ball-Drop sieht so aus, dass es eine Metallkugel von einem Kran zum Beispiel in die Luft gehalten wird und dann wenn man von 10 herunter zählt mit nach unten geht. Und alle die drinnen bleiben an Silvester oder auf einer Party sind, schauen sich das im Fernsehen an. Übrigens kannte hier auch keiner die Show Dinner-for-one die man ja gerne am Silvester Abend schaut.

Viele Amerikaner lassen auch das mit dem Feuerwerken gerne sein, da sie es als zu gefährlich empfinden besonders wenn Kinder dabei sind.

Das war mal wieder eine ganze Menge neues!

Ich wünsche ihnen allen ein frohes neues Jahr und ihr hört sicher bald wieder von mir.

Mathilda